Die Qual der Wahl – Die erste Jagdwaffe für den Jungjäger

Die Qual der Wahl – Die erste Jagdwaffe für den Jungjäger

Ich habe mich schon während des Vorbereitungskurses mit der Wahl der richtigen Jagdwaffe rum gequält. Und ich glaube, dass ich für mich nun die beste Allround-Einstiegsbüchse gefunden habe…

Nach dem Bestehen der Jägerprüfung ging es dann schnell zum Büchsenmacher um meine für mich optimale Waffe zusammenbauen zu lassen. Welche innerlichen Konflikte ich aber im Vorfeld ausgetragen habe, will ich einmal festhalten, in der Hoffnung anderen zu helfen:

Jagdwaffe:

“Jagdwaffe” ist ein ziemlich allgemeiner Ausdruck. Also was meine ich denn eigentlich damit?
Kalte Waffen (Messer) sind zwar auch noch Waffen, haben aber bei der modernen Jagd nicht mehr die Bedeutung wie im Mittelalter. Deswegen beschäftige ich mich mit den “gemeinen Feuerwaffen”… Bei diesen wird  zwischen Kurz- und Langwaffen differenziert… Um es kurz zu machen: Für die Jagd braucht man heute eine vernünftige Langwaffe. Denn hiermit ist es möglich auf Distanzen bis zu 300m ein Stück Wild zu erlegen.
Im Vorbereitungskurs lernt man, dass Langwaffen in Büchsen, Flinten und kombinierte Waffen unterteilt werden.
Puh eine riesen Auswahl an Waffen die man sich da als erste Jagdwaffe besorgen kann? – Am besten kauft man alles! Dann ist man für jede jagdliche Situation gerüstet. Aber wir sind ja hier bei der ERSTEN Jagdwaffe, und da sollte man schon genau überlegen, ob man sich nicht einen “Allrounder” zulegt.

Art der Waffe:

Wir machen es kurz und schmerzlos. Immerhin sieht man im Beitragsbild, dass meine erste Waffe keine Saufeder geworden ist.
Meiner Meinung nach ist eine Repetierbüchse als erste Waffe am sinnvollsten:

Man kann diese beim Ansitz, bei der Pirsch und allen Bewegungsjagden auf Schalenwild nutzen. Gerade bei einer Drückjagd, ist es von Vorteil schnell einen zweiten Schuß anzubringen. Auch sind sie oft präziser als Selbstladebüchsen und haben bei den Patronen eine höhere Geschossenergie, da nicht automatisch repetiert wird.
Im Gegensatz zu kombinierten Waffen bzw. einem Drilling hat man bei einer Repetierbüchse nur ein Kaliber. Deswegen sollte man sich hier auch eine Menge Gedanken machen…

Kaliberwahl:

Vermutlich ist die Wahl des richtigen Kalibers DIE Streitfrage schlechthin bei Jägern. – Ist mal Ruhe am Stammtisch, dann werft mal was zur Kaliberwahl in die Runde – Zack hat man drei Stunden Spaß.
Umso mehr Gedanken habe ich mir bei diesem Thema gemacht. Auch habe ich viele (!!!) Diskussionen mit allen möglichen Leuten aus meinem Bekanntenkreis dazu geführt.
Es stellte sich bei mir, wie bei der Wahl der Jagdwaffenart, die Frage nach den Jagdmöglichkeiten. Da ich kein Revier habe, sollte es für mich ein „Allround“-Kaliber sein.
Ich habe drei gängige Kaliber in die engere Auswahl genommen: 8x57IS, .308Win und .30-06.
Die etwas höhere Leistung würde für 8x57IS und .30-06 sprechen. Trotzdem favorisiere ich momentan die .308Win: Die Leistung ist für sämtliches heimisches Wild ausreichend. Das Kaliber hat eine günstigste Einschußentfernung von ca. 170m. Bei dieser Distanz hat man immerhin noch ca. 1800 Joule. Mit dieser Leistung sollten die meisten Jagdszenarien in den hiesigen Revieren abgedeckt sein. Auch ist die Verfügbarkeit von Munition in diesem Kaliber kein Problem. Bei allen drei Kalibern bewegt sich der Preis im gleichen Rahmen und bleibt bezahlbar ( ca. 3 – 5€ pro Schuss).

 

Optik und Montage:

Bei der Auswahl der Montage war für mich klar, dass das Glas austauschbar sein muss. Also Schwenkmontage oder ähnliches. Ich habe mich ehrlich gesagt hier auf den Waffenhändler verlassen.
Die Auswahl des Zielfernrohrs war für mich wieder eine schwierigere Entscheidung:
Für fast jede Jagdart gibt es auch eine optimale Optik. So will man auf einer Erntejagd kein 56er Glas mit mindestens 4 facher Vergrößerung, sondern eher ein 1-4x24er Glas oder ähnliches verwenden. So war es zunächst mein Plan ein Allround-Zielfernrohr zu finden. Jedoch habe ich mich dann Aufgrund der Schwenkmontage für ein Zielfernrohr zum Ansitz entschieden. Für die Drückjagdsaison kann ich mir dann ein zweites Glas zum Wechseln kaufen. Ich bin mir aber nicht sicher ob ich dieses Jahr überhaupt an einer Drückjagd teilnehme…

 

Weitere Auswahlkriterien:

Nachdem die grundlegenden Eckdaten feststanden, habe ich mich auf die Suche nach der passenden Jagdwaffe bei allen möglichen Herstellern begeben. Ich will mal ein paar weitere Auswahlkriterien nennen, die mir wichtig waren.

Handling:

Mir hat es sehr geholfen, dass ich im Februar viele Modelle auf der Messe “Jagd und Hund” einmal in die Hand nehmen konnte. Mein damaliger Favorit, die Mauser M12 mit Handspanner, ist wegen dem Handling ausgeschieden. Mir hat die Waffe absolut nicht gelegen. Auch fand ich die Bedienung für mich nicht so gut gelungen.

Mündungsgewinde:

Nachdem Schalldämpfer in NRW für die Jagd erlaubt wurden, stand für mich sofort fest, dass meine Waffe ein Mündungsgewinde benötigt.
Allerdings wollte ich das Gewinde nicht nachschneiden lassen. Mir war der Aufwand mit Nacharbeit, neuem Beschuß usw. einfach zu groß. Außerdem bietet der Markt mittlerweile viele Modelle direkt mit Mündungsgewinde an.

Preis:

Ich habe mir zu Anfang ein Budget für die gesamte Jagdwaffe inklusive Optik und Montage gesetzt. Das wurde bei der Recherche aber recht schnell erhöht.
Die Anforderungen, die ich an die Leistung/Qualität hatte, konnten nicht mit so einem geringen Budget realisiert werden. So habe ich mir schlussendlich einen Rahmen von 2500-3000 Euro gesetzt.

 

 

 

Was ist es nun geworden:

Wie man auf den Bildern erkennen kann habe ich mich für folgende Kombination entschieden:

Die Waffe ist eine Sauer 101 in 308 win. Sie besitzt einen 51cm langen Lauf mit Mündungsgewinde. Auf dem System sitzt eine Henneberger Schwenkmontage. Als Zielfernrohr habe ich mich für ein Zeiss V6 2.5-15×56 mit Leuchtabsehen entschieden.

Der Händler hatte mir ein attraktives Angebot gemacht, bei dem es noch einen Niggeloh Gewehrriemen und eine Packung Munition dazu gab. Auch war das Montieren der Optik und das Einschießen mit im Preis enthalten.

 

Erste Erfahrungen:

Die Wirkung der Kombination Waffe-Kaliber-Munition auf Wild kann ich noch nicht beurteilen. Ich habe leider noch keine Beute machen können.
Ich habe meine Jagdwaffe bisher nur auf dem Schießstand schießen können. Dort war alles in Ordnung. Sowohl beim laufenden Keiler als auch bei der Rehbockscheibe auf 100 Meter.

Bei den Ansitzen, bei denen ich Wild ins “Visier” nehmen konnte war die Optik ausreichend. Ich glaube nicht, dass ich bei der Fuchswoche mit einer höherwertigen Optik mehr gesehen hätte.

 

 

Bilder:

Nützliches Zubehör*:

 

*Amazon Affiliate Links

Produktseite des Herstellers:

https://www.sauer.de/de/produkte/repetierer/s-101/

 

Produktvideo:

 

Zur Info:

Ich habe keine Werbeverträge oder ähnliches mit Herstellern von Waffen und/oder Jagdzubehör. Affiliate Links sind gekennzeichnet. Sofern Markennamen genannt werden, stellt eine Bewertung nur meine persönliche Meinung dar.

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