Meine Jägerprüfung

Meine Jägerprüfung

So… Es ist endlich geschafft. Ich habe die Jägerprüfung bestanden und habe meinen Jagdschein gelöst. Nun bin ich endlich Jungjäger …

Dies erklärt auch warum es die letzten paar Wochen keine Beiträge auf diesem Blog gab. Ich habe seit März verstärkt, zusätzlich zu den Abenden im Vorbereitungskurs, für die Jägerprüfung gelernt. Zusätzlich habe ich mir 2.5 Wochen Urlaub genommen und habe die Zeit vor und während der Prüfung intensiv genutzt um mich vorzubereiten.
Wir hatten zwar von unseren Dozent gehört wie die Jägerprüfung ablaufen wird, trotzdem hatten wir alle Panik .

Die Jägerprüfung:

Die Jägerprüfung in Nordrhein-Westfalen setzt sich aus drei Teilen zusammen:

  1. Schriftliche Prüfung: Ein Multiple Coice Test, bei dem auch keine Antwort richtig sein kann und somit kein Feld angekreuzt werden muss.
  2. Schießprüfung: Sitzend auf eine 100m entfernte Rehbockscheibe, laufender Keiler und bei uns: Kipphase.
  3. Die praktische Prüfung: Gespräch mit den Prüfern inkl. Waffenhandhabung.

 

Schriftliche Prüfung:

Vorbereitung:

Ich hatte mich primär mit dem Onlinetrainer von heintges© vorbereitet. Dieser war in den Kursgebühren des Vorbereitungskurses enthalten. Zusätzlich nutze ich eine Handyapp von Büffeln.net. Während der Vorbereitung habe ich aber festgestellt, dass bei gleichen Frage – Antwort – Möglichkeiten es unterschiedliche Lösungen gab. Das hat mich sehr verunsichert und ich habe zum Schluss nur noch mit dem Onlinetrainer von heintges© gelernt. Irgendwann lagen die Ergebnisse dann über 90% und ich fühlte mich recht gut vorbereitet für die Prüfung. Wir wussten aber auch, dass andere Antwortenmöglichkeiten in der Prüfung vorkommen können. Deswegen habe ich bei einigen Fragen in Büchern nachgelesen und mir noch mehr Hintergrundwissen angeeignet.

Prüfung:

Zur Prüfung mussten wir in ein städtisches Gebäude. Hier war ein Raum für uns vorbereitet worden. Nach einer kurzen Begrüßung und Erklärung der “Spielregeln” hatten wir 2h Zeit um 100 Fragen zu beantworten. Ein Großteil der Gruppe war recht zügig fertig, so dass wir nach etwas Warten die Ergebnisse erhalten haben. Wir waren alle ziemlich unsicher, was zum Teil an ein paar seltsamen Fragen und Antworten lag. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde das Ergebnis verkündet: Zwei Mitstreiter hatten leider nicht die erforderliche Punktzahl erreicht und wurden somit nicht zur Schiessprüfung und mündlichen Prüfung zugelassen. Der Rest hatte bestanden.

Eine Frage aus der schriftlichen Prüfung, die mich noch 3 Wochen später aufregt ist folgende:

Wie groß muss ein Zwinger für einen “mittelgroßen Jagdhund” mindestens sein?
a) 6 m²
b) 5m²
c) 12m²
Unter: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschhuv/__6.html kann man sich den Gesetzestext durchlesen.
Wie definiert man einen “mittelgroßen Jagdhund” ? Unter 50cm, dann wäre a) richtig. Über 50cm, dann wäre nichts anzukreuzen -> ja das geht bei dieser Prüfung… Ich denke man kann nachvollziehen wie man sich in einer Stresssituation mit so einer Frage fühlt.

Man wird, weil man solch eine Frage ggf. falsch beantwortet hat nicht durchfallen, aber man sollte sich darauf einstellen und die restlichen, eindeutigen Fragen beantworten können!

Schießprüfung:

Kipphase:

Beim Kipphasen muss man 5 von 10 Hasen treffen. Dabei hat man für jeden Hasen zwei Schuss zur Verfügung.
Bei Vielen war diese Diziplin gefürchtet, da sie beim Training ab und an schlechte Ergebnisse hatten. Jedoch wurde von fast allen aus meiner “Rotte” eine super Leistung erbracht, so dass am Ende alle diese Diziplin bestanden hatten.

Rehbock:

Bei der Rehbockscheibe wurde sitzend, aufgelegt geschossen. Wir hatten eine Blaser R8 in .222 Rem. mit einem vernünftigen Zielfernrohr. Also eine recht ordentliche Waffe.
Zum Bestehen waren 40 von 50 Ringen erforderlich. Alle haben die Prüfung bestanden.
Leider habe ich einen Schuß verrissen, da ich 1/10sec. nach meinem Nachbarn abgedrückt hatte. Somit waren es “nur” 49 von 50 Ringen…

Laufender Keiler:

Der laufende Keiler war meine Angstdiziplin. Und gerade hier sollte man eine ruhige Hand haben. Ich hatte sie nicht…
Ich bin mit 4 Schuß um die 10 herumgeeiert, so dass ich alle fünf Schuss machen musste. Der letzte Schuß war eine saubere 10. Zwar konnte ich so relativ beruhigt zur Auswertung an die Scheibe herantreten, aber richtig gut war das Ergebnis für mich nicht. Es waren vier Schuß in der Wertung. Der Fünfte hat ganz knapp den Wertungbereich nicht getroffen. Im Endeffekt gab es kein Grund zur Sorge, da nur zwei Treffer im Wertungsbereich nötigt gewesen wären zum Bestehen. ABER ich möchte zukünftig besser bei dieser Diziplin werden. Allein schon aus der Verantwortung dem Wild gegenüber, wenn man es bejagd. Vermutlich wird es ohne den Prüfungsdruck und mit regelmäßigem Training schon bald besser laufen.
Leider hatte jemand aus der Gruppe diese Prüfung nicht bestanden und muss in die Nachprüfung. – Dafür auf alle Fälle: Gut Schuss!

Mündliche Prüfung:

Unsere mündliche Prüfung wurde auf 2 Tage aufgeteilt, da wir ca. 30 Prüflinge waren. Zwei Personen wurden zusammen eine Stunde geprüft.
Ich war am zweiten Prüfungstag an der Reihe und war sehr gespannt, was die Gruppe des ersten Tages zu berichten hatte:
Alle haben bestanden. Die frisch gebackenen Jungjäger waren sich einig: Alles machbar. Der Kurs war eine gute Vorbereitung. Somit war ein wenig Anspannung weg.
Am zweiten Prüfungstag sah die Welt aber ganz anders aus: Die ersten vier Prüflinge sind leider durchgefallen… Mir ist das Herz in die Hose gerutscht und gleichzeitig hat sich mein Magen umgedreht. Ach ja der Blutdruck ging auch noch auf 300 hoch … Hatte ich ein Schiss. Die beiden Prüflinge vor uns haben dann bestanden. Hoffnung aufs Bestehen war also vorhanden.
Die Prüfung an sich war dann trotz Aufregung eigentlich in Ordnung. Es war eine “relativ” lockere Atmosphäre. Mein Leidensgenosse und ich wurden abwechselnd in den einzelnen Prüfungsgebieten abgefragt und mussten den sicheren Umgang mit der Waffe zeigen. Es gab hier eigentlich keine Überraschungen. Ich muss sagen, dass wir im Kurs wirklich sehr gut vorbereitet wurden.
Zum Schluss  wurden wir zur Beratung kurz herausgebeten und nach 2 min wieder hineingerufen:
…Wir hatten beide bestanden. Mir ist so ein Stein vom Herzen gefallen und ich war überaus glücklich.
Nach dem Gratulieren gab es eine Urkunde, einen Naturschutzausweis und den Nachweis zum Wildbrethygienelehrgang.

 

Nach der Jägerprüfung…

… bin ich dann nach Hause gefahren, habe die Dokumente kopiert und habe bei der unteren Jagdbehörde direkt meinen Jagdschein gelöst. Ich hatte ja immerhin Urlaub und der sollte optimal genutzt werden. Leider musste ich am nächsten Tag doch nochmal zur Stadt, weil wir den Eintrag zur Trichinen Probenahme im Jagdschein vergessen hatten…

Als ich später mit meinem Jagdschein im Garten saß, in Ruhe durchatmen konnte, ein Malzbier getrunken habe und der ganze Stress auf einmal weg war, war ich einfach nur überglücklich.

 

Links:

Landesjagdgesetzdurchführungsverordnung:
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=2320111212181165483

 

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4 Gedanken zu „Meine Jägerprüfung

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